Weiltal-Marathon 18. April 2010

 

Nach meinem Einbruch beim Frankfurt-Marathon im Oktober, wo ich trotz optimal verlaufenen Trainings schon nach 18 km aussteigen musste, juckte es mir Anfang des Jahres in den Füßen, mit komplett anderer Strategie einen neuen Versuch zu starten.

 

Der Weiltal-Marathon schwirrte mir schon länger durch den Kopf. Jetzt war die Zeit gekommen. Irgendwann kramte ich meinen guten alten Steffny-Plan hervor und begann mit lockerem Training. Motto – nur kein Stress. Entweder es klappt oder ich lasse es.

 

Mit viel zu wenig Trainingskilometern, aber gutem Bauchgefühl, meldete ich mich am Samstag vor dem Lauf an. Gut ankommen war mein einziges Ziel. Die Zeit war völlig zweitrangig. Alles unter 5 Stunden wäre ok - ich bin Realist.

 

Bei strahlendem Sonnenschein fuhr ich morgens um 7 Uhr nach Weilburg und von dort mit dem Shuttlebus zum Start nach Schmitten. 45 Minuten durch den kurvenreichen Taunus im überfüllten Bus stehen müssen – was konnte schlimmeres kommen.

 

Die Beine hielten stand. Nach dem Start ging es erst einmal bergab. Super zum Warmlaufen. Am ersten Berg ließ ich einige vorbeiziehen – Körner sparen war angesagt. Trotzdem waren 57 Minuten für 10 km für mich noch eine super Zeit. Lange konnte ich einen Schnitt unter 6 Minuten halten – bestzeitenfähig? Nein, fange jetzt nur nicht an zu spinnen.....

 

Zwischen HM und km 30 holten mich ein paar „elende“ Anstiege aber dann doch auf den Boden der Tatsachen zurück. Der Schnitt schmolz immer mehr dahin. Kaum konnte man es bergab etwas laufen lassen, kam schon wieder der nächste Anstieg. An einen gleichmäßigen Rhythmus brauchte man erst gar nicht zu denken.

 

Sehr lobenswert waren die Verpflegungsstellen alle 5 km mit Wasser, Apfelschorle, Cola, Bananen, Salzkeksen und netten Leuten, die uns immer wieder motivierten. Nach einer Abkühlung aus der Wasserwanne waren die nächsten Kilometer bei steigenden Temperaturen dann wieder gerettet.

 

Die Zeit verging im Flug. Entgegen meiner Befürchtungen kam nie Langeweile auf. Die schöne Landschaft, frische Luft und das herrliche Wetter haben die fehlende „Action“ von Frankfurt absolut wett gemacht.

 

Ruckzuck tauchte das km-40-Schild vor mir auf – was sollte jetzt noch passieren.

Das letzte Stück konnte ich dank meines lieben Kollegen, der mich bis zum Ziel anfeuerte, noch in 5:30 „spurten“. Überglücklich und ohne Krämpfe erreichte ich dann nach 4:24:30 das Ziel. Noch nie habe ich mich so fit gefühlt wie dieses Mal.

 

Eins habe ich seit Oktober gelernt: Mache deinen Kopf frei und setze dich nicht zu sehr unter Druck. Dann kannst du über dich hinauswachsen und das (fast) Unmögliche möglich machen.

 

Diesmal ging es auf.

 

Eure Rennschnecke

Martina

 

Nach dem Marathon ist vor dem Marathon....