6-Stundenlauf in Rotenburg/Fulda
Am vergangenen Sonntag fand im Rotenburger Schlosspark, von der Bevölkerung fast unbemerkt, der vierte 6-Stundenlauf statt. Thomas Härtel vom Lauftreff Butzbach nahm hier erfolgreich teil und wurde 10er von 54 Teilnehmern. 55 x lief er die 1140 Meter lange Runde durch den Park, und kam so auf 63,085 KM. Er bereitete sich hier auf den 56 KM langen Two Oceans Marathon in Kapstadt/Südafrika und die 100 KM von Biel vor. Einerseits erscheint das Vielfache durchlaufen der gleichen Strecke für viele sehr stupide, gleichsam hat es den Vorteil in jeder Runde an der, hier selbstverantwortlich aufgestellten Eigenverpflegung vorbeizukommen. Dadurch kann man sich optimal mit Trinken und Essen versorgen. Zudem ist ein Verlaufen fast unmöglich, und man kann sich voll aufs Laufen konzentrieren. Jede Runde wird von Helfern gezählt und dem Läufer oder Läuferin freundlich zugerufen. Die Sonntagsspaziergänger hatten da für die Teilnehmer/innen oft nur ein mitleidiges Lächeln übrig. Doch wie bei vielen Ausdauersportarten zählt hier die Herausforderung an den eigenen Körper, das ganze ist ja auch eine freiwillige Veranstaltung. Übrigens bekommt so mancher auch beim Marathon in Berlin und New York ab KM 30-35 nicht mehr viel von der interessanten Umgebung mit. Schön ist auch, das hier alle 6 Stunden laufen müssen/dürfen und kurz vor Schluss sind der Erste und der Letzte dicht beisammen, was den Lauf zu einem schönen Gemeinschaftserlebnis macht.
Ebenfalls am Start war auch der Weltmeister im Marathonsammeln Horst Preisler, er lief hier seinen 1.248 Marathon /Ultra, sowie Sigrid Eichner die ihren 905 Lauf über 42,195 KM und mehr absolvierte (ebenfalls Weltrekord).
Während Marathonläufe über 42.195 KM als Olympiadiziplin und durch die Berichterstattung in den Medien weitgehend bekannt sind und auch die Teilnehmerzahlen in die Zehntausenden gehen, kann man das Ultra-Laufen (alles über Marathon) getrost als Randsportart bezeichnen. Neben 50 und 100 KM-Rennen (der o.g. Bieler Hunderter in der Schweiz ist hier wohl der bekannteste), gibt es wie berichtet 6- aber auch 12-, 24- und 48/72 Stundenläufe. Nach oben scheint keine Grenze gesetzt, wie der letztjährige Transeuropalauf von Lissabon nach Moskau über 500 KM zeigt. Hier musste 60 Tage lang, jeden Tag ca. 80-90 KM gelaufen werden. Nach dem Motto: "Gar nicht verrückt, ist auch nicht normal".