Regensburg Marathon 5-6-11
Anja hat in Freiburg statt 5 Liter Bier einen Startplatz für den Regensburg Marathon gewonnen, und damit fing die Tour nach Regensburg an. Wir (Anja und ich) sind am frühen Samstagnachmittag mit der Bahn in Regensburg angekommen. Unser Hotel konnten wir erst ab 16:00 Uhr beziehen, also die Koffer ins Schließfach und auf die Marathon Messe die Startunterlagen holen. Wie kommt man eigentlich vom Hauptbahnhof zur Donauarena (da fand die Messe statt)? Na klar, mit dem Bus! Nur mit welchem? Wir fragen mal die Busfahrer die hier überall in ihren Bussen sitzen. Wohin? Donauarena? Ja, da müssen sie, glaube ich, die Linie 5 nehmen und noch ein Stück laufen. So war die allgemeine Meinung der befragten Busfahrer. Auch der Busfahrer der Linie 5 war dieser Meinung. Nach ein wenig nachhaken konnte er sogar sagen, welche Haltestelle die geeignetste Haltestelle wäre. Wir also rein in den Bus. Im Bus haben wir festgestellt, dass wohl noch einige Läufer dort hin wollten. Na dann kann ja nichts schief gehen, dachten wir, bis alle Läufer in einer Diskussion mit einheimischen Busnutzern waren, die sich nachher auf eine Haltestelle geeinigt hatten. Diese stimmte sogar mit der überein, die uns der Fahrer genannt hatte. Also prima. Angekommen nach einem kurzem Fußmarsch, kamen wir in die Donauarena, einem Eisstadion, in der auch der Zieleinlauf sein würde, und machten uns auf den Weg über die sehr überschaubare Marathon Messe, hielten noch einen kleinen Smalltalk mit der Kopftuchlieferantin meines Vertrauens und holten unsere Startnummern. Anschließend haben wir noch ein wenig Pasta (mit leckeren Saucen) zu uns genommen, die Kohlenhydrate sollten ja auch stimmen. Um dem Stress mit der Busfahrerei zu entgehen, sind wir die gut 3 km in die City zurück gegangen, haben uns im Hotel eingecheckt und ein wenig Regensburg besichtigt. Wer Regensburg kennt, der weiß was ich meine (herrliche Iso Getränke alle paar Meter).
Am Sonntag wurden wir durch einen Pendelverkehr vom Hauptbahnhof zur Arena transportiert. Die etwas außerhalb gelegene Kleiderabgabe lag direkt auf dem Weg von der Haltestelle zur Arena. War also kein Problem. Wir stellten uns in den Startblock und wurden von Bernd angesprochen. Bernd kennt Butzbach, obwohl er 100 km von Regensburg entfernt wohnt, da er bei einer Firma in Butzbach arbeitet. Er erkannte uns sofort durch unsere tollen Shirts. Endlich kam der Startschuss und der Lauf begann. Wir hatten uns für den Halbmarathon entschieden, was angesichts der schönen Wärme auch ausreichend war. Um kurz nach 8:30 kamen wir über die Startlinie und der Spaß begann. Nach 2 km kam das erste gute Marathonfeeling, als es über eine Brücke in Richtung Altstadt ging. Ein Gefühl wie es wohl in New York sein muss, dort sieht man auch viele Läufer beim Start auf der Brücke. So sah es hier auch aus, einfach klasse. Kurz nach der Brücke ging es durch das Osttor in die Altstadt. Regensburg ist eine wunderschöne Stadt. Wir kamen gleich am sehr schönen gotischen Dom vorbei, wo die Regensburger Domspatzen die Läuferinnen und Läufer anfeuerten. Und weiter quer durch die Altstadt ging es an die Donau. Nun wechselte der Untergrund von Asphalt und Kopfsteinpflaster auf Parkähnliche Kieswege. Der Weg führte direkt an der Donau entlang, so dass die zunehmende Wärme kaum zu spüren war. Allerdings spürten wir, dass die sechs Kilometer an der Donau ohne Verpflegung waren. Dies wäre beim absolvieren des Marathons, der zweimal die Runde machte, bestimmt sehr problematisch geworden. Für uns war es noch in Ordnung. Nach einer Schleife durch Wohngebiete kamen wir auf die andere Seite des Donauparkes, wo wir schön im Schatten weiter gelaufen sind. Bei Kilometer 16 kam der führende Marathoni an uns vorbei. Wir hatten nur noch die Altstadt zu queren, wieder über die Brücke und rauf auf die 1,5 km lange Zielgerade. Die Zielgerade wurde irgendwie immer länger, aber wir freuten uns schon auf den Festhallenmäßigen Zieleinlauf in der Donauarena (dann wäre es endlich vorbei). Der Zieleinlauf ist zwar nicht so laut ausgefallen wie in der Festhalle, aber es war trotzdem schön in die Arena einzulaufen. Wir sahen auf die Uhr und waren mit unserer Zeit von 2:43:15 sehr zufrieden (Anjas zweitbeste Zeit auf dieser Distanz). Leicht fertig, aber glücklich es geschafft zu haben, gingen wir in den Zielbereich mit den versprochenen Leckereien. Leider waren die Nüsse schon weg, aber Kuchen und isotonische Getränke waren noch in ausreichender Zahl zu bekommen. So nun noch duschen und den Tag genießen. Ach ja, die Klamotten gab es ja etwas außerhalb, also nichts wie hin. Mit den Klamotten auf der Schulter fragten wir, wo denn die Duschen wären, „Mei, auf der anderen Seite der Arena“. Wir also nichts wie auf die andere Seite, aber wo sind denn nun die Duschen? Nochmal fragen, da anhand der Beschilderung die Duschen für uns nicht zu finden waren. Wer hartnäckig bleibt, dem wird auch geholfen. „Kommen Sie mit, ich zeige es Ihnen“, Super das hat endlich funktioniert. Wir waren im Kabinengang der Eishockeymannschaft, wo der Gastbereich für die Damen und der Heimbereich für die Herren reserviert waren. Ich machte die Tür auf, und traute meinen Augen nicht. Ich stand in der Kabine des EHC Regensburg. Der Boden komplett mit rotem Teppich ausgelegt, an jedem Haken stand der Name eines Spielers, so wie man es von den Fußballerkabinen aus dem Fernsehen kennt, und das in der Eishockeybezirksliga, alle Achtung. Nach schönen warmen duschen bin ich also trockenen Fußes zu meinem Umkleideplatz gekommen und habe, nach dem ankleiden wohl erfrischt, meine Frau wieder getroffen (in ihrer Umkleide gab es keinen Teppich, Pech gehabt). Nun wollten wir wieder in unser Hotel die Sachen wegbringen und wussten nicht ob ein Shuttlebus fährt, dies war auf der Homepage des Marathons nicht ersichtlich gewesen. Dort stand nur dass ein Pendelverkehr am Morgen eingerichtet ist, aber von Rückfahrt stand da nichts. Wir also mal wieder ein Helferlein gefragt, eine Helferin gefragt und von einer weiteren Helferin den entscheidenden Tipp bekommen. Nach kurzer Orientierung dann auch den Bus gefunden und gut ins Hotel gekommen. Wir haben den Tag dann noch eine wenig genossen und uns über den tollen Lauf gefreut.
Am Montag sind wir eine Runde auf der Donau geschippert und haben die berühmte Walhalla besucht. Nach einer kleinen Pizza für jeden, haben wir dann am späten Nach Mittag die Heimreise angetreten und sind wohl behalten wieder in Butzbach angekommen. Einige Bilder habe ich auf Flickr unter http://www.flickr.com/photos/11284768@N06/sets/72157626901298788/ eingestellt.
Fazit: Ein sehr schöner Lauf, sehr empfehlenswert. Da der Lauf erstmalig in der Donau Arena gestartet und beendet wurde, sind einige Kleinigkeiten bei der Organisation zu vertreten. Ich denke dass die Veranstalter vom dem ersten Mal lernen werden, und die Organisation sich bessern wird. Die Verpflegung auf der Strecke war bis auf das Stück an der Donau absolut in Ordnung. Überall gab es was zu sehen, und überall standen Leute die angefeuert haben. Dies kommt wohl auch daher, dass 10 km, Halbmarathon, Marathon (2 Runden) und Staffeln im Massenstart losgelassen wurden. Dadurch konnte man auch immer mal wieder andere Läufer und Läuferinnen sehen. Eine wirklich gelungene Veranstaltung, und Regensburg ist eine Reise wert.
Viele Grüße
Stefan