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Seit 22. September 2008
Idylle beim Zugspitzlauf
Kuh trifft Läuferin...und wundert sich...

Aaaaaaarrrrggghhh !!!!! Wieder nicht bis zum Gipfel geschafft

Nach 2003 wollte ich heuer wieder versuchen beim Zugspitzlauf bis eben auf diesen höchsten der Deutschen Berge zu laufen. Dieser Extrem-Berglauf von Ehrwald mit ca. 2100 Höhenmetern auf ca. 16,5 KM hat seinen Namen wirklich verdient. Wer mich läuferisch kennt, weiß das es hier wirklich steil aufn Berg geht, wenn ich sage: "es iss schlimm".

In der Riege der Bergläufe im Alpenbereich sticht der Zugspitzlauf deutlich heraus. Beim ersten Versuch vor 4 Jahren, war das Ziel auf 2580 Höhenmeter auf dem Sonnalpin, da durch die äußeren Verhältnisse die letzten 1400 Meter mit 400 Höhenmetern zum Gipfel gesperrt waren. Damals herrschte hier echtes Kaiserwetter, Sonnenschein, blauer Himmel und eine Sicht...ich sachs euch.

2007 ist der Sommer eher durchwachsen, weswegen ich mich erst am Samstagvormittag vorm Lauf dazu durchringen konnte die 500 KM nach Ehrwald zu düsen...die Wettervorhersagen waren wiedersprüchlich, trotzdem fuhr ich mit Sonja, Charly und Leonie (Charlys Kumpel) am Samstag Mittag Richtung Süden.

Die Nachmeldung verlief kurz und schmerzhaft. Die geforderten 59 Euros plus 10.- liegen doch schon über der eigentlich zulässigen und mir zustehenden Haushaltsgrenze. Egal, wer leiden will muss blechen (siehe Ironman)

Nach einem leckeren Abendessen und einer leicht verregneten Nacht auf dem Campingplatz begaben wir uns zum Startgelände im Dorfzentrum von Ehrwald wo der Start pünktlich um 9.00 Uhr vonstatten ging.

Der erste Kilometer geht noch angenehm bergauf, dann ist aber schon Schluss mit lustig. Auf den nächsten 4 Kilometern durchqueren wir auf engen Serpentinen das bewaldete Gebiet. Auf der Alm angekommen folgt eine kleine Bodenwelle auf der uns die ersten Kühe begegnen, bald geht es aber wieder steil bergan. Hier lese ich auf einem T-Shirt eines vor mir Laufenden "Mit Aufschnitt durchs Leben". Beim näherkommen und zweitlesen steht da aber leider nur "Im Laufschritt durchs Leben". Da hätt ich statt dem Schokohörnchen wohl lieber ein Wurstebrot gefrühstückt.

Nach einem Richtungswechsel erreichen wir dann schon bald die fast vegetationsfreie Gebirgszone. Spätestens ab hier wird es richtig anstrengend. Es wird noch steiler, der Weg verschmälert sich auf 40 Zentimeter und der Berghausmeister schafft es auf den  nächsten 8-9 KM nicht alle störenden Steine beiseite zu räumen.

Das Einmachglas muss hier weit geöffnet werden, denn jetzt wirds richtig spassig.

Aus dem Joggen wird hier bei mir im hinteren Mittelfeld spätestens jetzt ein flottes Bergwandern. Wettermäßig passt hier noch alles, der Weg ist auf den folgenden KM vom nächtlichen Regen allerdings sehr matschig und rutschig. Jeder Schritt will gut gesetzt sein, da es auf einer Seite des Pfades gerne mal einige hundert Meter abwärts geht. Auch der genialen Natur kann man nur kurze Blicke zuwerfen. Langsam kommen wir in die Höhe der Wolken, was die Ausblicke und Athmosphäre ins Unwirkliche verändert.

Auf besonders steilen Abschnitten sind die Wege sogar mit Seilen gesichert, und das festhalten ist für die vielen Flachlandtiroler auch bitter notwendig.

Dann der Hammer: Am Gatterl, dem Berggrenzübergang von Ö nach D, bekommt die sichernde Bergwacht über den Sprechfunk die Nachricht das der Lauf heuer schon an der Station Sonnalpin auf 2580 Meter endet. Die schlechter werdende Wetterlage bewog die Veranstalter dazu, das die letzten 1400 Meter mit 400 Höhenmetern auf das Zugspitzplatt nun doch nicht gelaufen werden darf.

Was´n Ärger, schon wieder darf ich net aufn Berg aufi, so viel KM und Geld für knappe 15 KM.

Da ich meine Kräfte für die komplette Strecke eingeteilt hatte, zog ich das Tempo auf den letzten KM etwas an.  Als ein ebenso flottes Mädel an mir vorbeizog, hängte ich mich an Ihre Fersen. Sie konnte beim Überholen auf den zu engen Wegen ihren Charme besser einsetzen als ich.

Jetzt kam die Zugspitze wieder in Sicht, bzw. die Seilbahntrasse die in die Wolken führte.

Im Belgischen Kreisel liefen wir zwei noch an etlichen Mitläufern vorbei, so daß das Ziel, schneller als mir lieb war, immer näher kam.

Sonja und die Kinder erwarteten mich schon stark zitternd in Zielnähe, auf den letzten 2 Kilometern fiel die Temperatur auf ein paar Grad, dazu noch ein kühler Wind, lecker.

Der Zieleinlauf, eigentlich nur für die Nordic Walker, war nur sehr spärlich ausgestattet, keine Zuschauer und null Stimmung.

Nach einer kurzen Erfrischung wollten wir Hoch zur Zugspitze fahren, wo meine Klamotten sowie Medaille und T-Shirt warteten. Leider wurde es ab hier chaotisch.

Die Auffahrt zum Gipfel mußten die Läufer/innen aus der eigenen Tasche zahlen. Die 5,50 Euro hatten die wenigsten Läufer passend dabei, so daß der einsame Kartenverkäufer schon bald kein Wechselgeld mehr hatte, in Panik ausbrach und verschwand, wohl um Kleingeld zu holen. Nach 40 Minuten hatte ich dann aber stark vor Kälte zitternd doch meine Karte in der Hand und konnte Sonja zum Gipfel nachfahren. Hier oben wars dann schön eng und warm, schnell zog ich mich um und da Charly wohl leichtes Höhenfieber hatte, fuhren wir bald wieder nach Ehrwald runter.

Mein Fazit: geiler Lauf, superharte Strecke, und ich darf es Euch nochmals sagen...ganz schön schlimm.

Leider wieder nicht auf die Spitze geschafft. Muss ich wohl nochmal herkommen.....

Startgeld sehr hoch, an der, zugegeben sehr schwierigen Organisation, hat es ganz schön gehapert, Engpässe an den ersten Verpflegungsständen, kein Plan B fürs Ziel Sonnalpin, keine Infos am Ersatzziel, keine wärmenden Decken für die Läufer, handgeschriebene Zettel als Hinweisschilder usw.

Thomas Härtel, 25.07.2007

 

 

 

 


Lauftreff Butzbach  |  thomas@lauftreff-butzbach