Kochtopp-Running

Marburger Nachtmarathon am 16.7.2004:

Der erste warme Tag seit längerem, und da steht ein Marathon aufm Plan, aber es zwingt uns ja keiner. Also schnell nach Feierabend in die schöne Universitätsstadt an der Lahn gefahren. Hier habe ich 2001 meinen ersten Marathon gefinisht, jetzt soll der Zehnte folgen.

Damals noch auf einer großen Runde bis nach Fronhausen mit Start um 20.00 Uhr und Orientierunglaufeinlagen zum Schluss hin (arg dunkel halt), fand heuer der Marathon mit Halbmarathon  auf einer etwas undurchsichtigen Schleifenführung statt, erst eine Schleife Richtung Norden dann auf auf ne Süd-Runde  die 1 bzw. 3 x zu durchlaufen war. Erfreulich: Startgeld 2001 = 40.- DM, Startgeld 2004 = 20.- Euro. Die Abholung der Startnummern im Uni-Stadion dank Voranmeldung kein Problem. Die Nachmelder standen halt in der Schlange, insgesamt so viele, das nur noch Marathon-Anmeldungen vorrätig waren. Start, wie gehabt, 10 Minuten Fußweg entfernt, auf dem schönen Marktplatz.

Hier treffe ich Hartmut und Harald die beide den Halben laufen und Doris schnupfentechnisch (leider) nur als Begleitungs-/Anfeuerungstechnische Angestellte. Auch 2 andere Butzbacher: Herrn Lorenz und wie heißt er nochma, der immer nette Kassierer von der Butzbacher VOBA laufen die 21.1 KM. Nach dem alle bekannten Gesichter gegrüßt sind, gehts auch schon los. Das erste stück bergab, natürlich viel zu schnell.

Die Wärme macht sich sofort bemerkbar, schon nach 10 KM fühl ich mich Original wie ein Schnellkochtopp kurz vor (oder beim) pfeifen. Ich spiele des öfteren mit dem Gedanken mich in die Lahn zu stürzen, die uns auf der Strecke immer wieder teilweise begleitet. Nach ca 11 KM gehts am Ziel vorbei auf die  Runde die die Marathonis 3 x laufen müssen. Die Halben machens mit einer kleinen Abkürzung nur einmal. Typisch. Kurz vor wiedererreichen des Zielbereich höre ich plötzlich eine Stimme die mir sagt: "Thomas, n Halbmarathon reicht doch heut auch, is doch viel zu heiß, sei doch vernünftig, zuschauen macht doch auch Spaß......" Aber nix gibts, du Schweinehund weiter gehts. Inzwischen spiele ich an den Verpflegungsstationen Geysir,  schütte mir Wasser auf meinen glühenden Kopf, welches in einer zischenden Fontäne verdampft. Dies wird von den Zuschauern mit lauten Oooohs und Aaaahhs bedacht. Erst in der dritten Runde so ab KM 32 gehts mir gut, Runners High. Singend umarme ich die Verpfleger und ahnungslose Passantinnen. Andere Läufer, die ich jetzt überhole haben die umgekehrten Gefühle.

Zum letzten Mal gehts an den Lahnwiesen vorbei. Echt stimmungsvoll, Abschlussklassen feiern hier ihren letzten Schul-Tag, mit Grill, Buffett, Kerzen und vielleicht auch Alloholl. Jetzt wirds auch teilweise a weng kritischer mit der einsetzenden Dunkelheit. Ein paar Kerzen oder Lichter hätten genügt um die düstersten Passagen zu entschärfen. Nur noch über die Holzbrücke kurz vorm Ziel, hier kollabierte in der 1 Runde ein/e Läufer/in, so daß die Brücke ca. 30 Minuten komplett gesperrt war. Einige Läufer liefen einen größeren Umweg über die nächste Lahnquerung. AUAUAUAUAUAU OUOUOUOUO. Ich war davon zum Glück verschont geblieben. Nach 3:30 Stunden erreichte ich erschöpft  das Ziel. Selten hab ich mich so gequält, zumindest die ersten 30 KM. Schnell in die Dusche, das Wasser war noch warm. Noch ein paar bekannte Läufer im Ziel empfangen.

Dann im Auto begann meine Göttergattin mit einer ausführlichen Manöverkritik. Da ist wohl einiges nicht so gelaufen, wie es soll.

Anmeldung, Läuferführung, Streckensicherheit usw.

Ich fands aber ganz OK, besonders die Verpflegungsstationen waren super ausgestattet.

Die ersten 10 Marathonnen sind voll, die nächsten 10 können kommen.

Hartmut lief hier seinen ersten Halbmarathon, Gratulation zu 2:00.18 Stunden, Harald Jörg schaffte die gleiche Strecke in 1:55.54 Std.

Weitere Halbmarathonis aus Butzbach: Peter Maekel in 1:38.51 Std., Reinhold Lorenz in 2:03.52 Std

Thomas Härtel, 17.7.2004