9.Marathon mit Halbmarathon am 14.07.2006 in Marburg
Eigentlich hätte ich über diesen Volkslauf keinen Bericht schreiben können, da ich persönlich erst geplant hatte im Oktober meinen ersten Halbmarathon zu laufen. 3 Wochen vor diesem herrlichen Abendlauf kam aber dann alles ganz anders. Beim Jugendfußballturnier des VfR Butzbach wurde mit Micha Waschkowitz ein wenig geflachst und ruck zuck hatten wir Beide vereinbart in Marburg am Start zu sein. Ein kleines Mail noch an die Lauftreffler und schon waren die ersten Voranmelder auf der Homepage zu finden.
Der Termin rückte näher, bis einen Tag vorher sah es auch noch so aus, als würden wir Beide unsere Zusage wahr machen, am Freitagnachmittag dann der traurige Anruf von Tina, Micha schafft es aus beruflichen Gründen nicht. Toll, aber ich war ja nicht alleine... .
Mit 5 Lauftreff-Damen und 7 Herren, darunter auch unser Marco Diehl als schnellste Gazelle im Gepäck, ging es dann gegen 17.00 Uhr mit unserem Auto und dem Bus von Harald Jörg nach Marburg.
Außerdem dabei waren: Frauke, Dagmar von Löw, Karin Hoffmeister, Doris Kurzke-Jörg, Heide Rompf, Bernd Ruhland, Thomas Härtel, Klaus-Jörg Kopf und Henrich Heil.
Das fand ich persönlich schon klasse, es muß ja nicht immer sein, gerade auch bei diesen Spritpreisen, dass jeder von uns alleine fährt. So ist auch das Gruppengefühl noch ausgeprägter. Selbst ein kleiner Stau kurz vor Marburg konnte uns nicht mehr aufhalten.
Rechtzeitig wurden die Startnummern geholt, selbst für ein nettes Gruppenfoto war noch ausreichend Zeit. Dann ging es vom Universitätsstadion zu Fuß zum Start auf den wunderschönen Marktplatz. Herrlich, bei dieser Altstadt kann wohl nur Butzbach mithalten.
Bei mir stieg schon ein wenig die „Uffrechung“, ich wusste ja auch gar nicht was mich erwartet. Klar, hatte ich mich auch persönlich ein wenig unter Druck gesetzt, die 2 Stunden-Marke hatte ich im Visier und wollte sie nicht überschreiten.
Das Henrich Heil ebenfalls seinen 1.Halbmarathon lief hatte ich dann kurz vor dem Start auch noch erfahren. Marco Diehl hatte sich dann gleich ganz vorne eingereiht und lief mal kurzerhand um den Sieg mit, wir anderen hatten uns dann auch bei den ca. 800 Läuferinnen und Läufern aus den Augen verloren. Mit Frauke hatte ich noch vereinbart, dass wir nicht zusammen laufen, so gleichmäßig wie Sie kann ich meine Kilometer noch nicht abspulen.
Also habe ich mich kurzerhand an einen Läufer mit einem orangen T-Shirt gehängt, im Nacken spürte ich eigentlich vom Start weg den Atem von Henrich.
Die ersten Kilometer ging es dann relativ flach (wie eigentlich der ganze Lauf) durch das Städtchen, hier waren wenigstens noch einige Zuschauer am Straßenrand, die ein bisschen applaudierten. Nach ca. 5 Kilometern schlossen wir noch auf einen Marathonläufer auf, meinte dieser noch, Henrich sei zu schnell. Keine Ahnung warum, er hat wahrscheinlich nur seinen roten Kopf leuchten sehen. Die Lauftemperatur war total klasse, 20-24 Grad, Sonne und nur ganz leichter Wind.
Etwa bei Kilometer 8 oder 9 (hier hatten wir jetzt auch die Stadtrunde verlassen und liefen weitesgehend auf Radwegen und Nebenstraßen), dann plötzlich ein kurzes Klopfen auf meiner Schulter. Frauke war da, im ersten Moment dachte ich ein ICE kommt angebraust, denn Sie ging sofort links an mir vorbei. Schnell hatten wir 2-3 Worte gewechselt und ich merkte, Sie läuft das Tempo wo ich persönlich meine innere Zeitvorgabe schaffen würde.
Henrich war immer noch im Rücken, beim Rennrad fahren würde man sagen, er war nur im Windschatten und machte keinerlei Anstalten zu überholen oder auch nebeneinander zu laufen. Die 10 Kilometer Markierung war bei 53:10 durchlaufen, es lief richtig gut.
So ging es dann gut 9 Kilometer lang, nach und nach wurden auch andere Läufer überholt.
Kurz vor dem letzten Getränkestand, bei Kilometer 18 sind wir dann auf eine Gruppe von 5 Läufern aufgeschlossen die für die letzten Kilometer auch unser Tempo liefen. Hier kam es dann aber so, dass außer Frauke keiner mehr zu den Bechern griff, ich selber wollte natürlich auch dran bleiben und Heinrich jetzt bloß nicht weglaufen lassen. Schade war dann nur, dass Frauke dadurch sehr schnell 20-30 Sekunden verlor und nicht mehr ran kam. Es war schon ein bisschen gemein aber keine böse Absicht! Beim Zieleinlauf im Universitätsstadion war dann sogar noch eine ¾ Runde auf der Bahn zu laufen, selbst ein kleiner Spurt mit Henrich war noch möglich.
Meine Nettozeit stoppte bei 1:51:27, 5, mein Ziel hatte ich erreicht, ich war relativ schnell erholt und habe mich richtig über mein Halbmarathondebüt gefreut.
Die Freude war dann umso größer, hatte doch Marco den Halbmarathon in einem Fotofinish gewonnen. Nach der Siegerehrung haben wir uns dann wieder alle auf die Heimreise gemacht, für alle die nicht dabei wären, lässt sich festhalten: „Marburg 2007“ ist ein Volkslauf wert !
Jochen Schrenk