CityTria Mainz ... Schwimmen im Rhein!
Nachdem im Frühjahr meine Laufaktivitäten mit Weinstraßenmarathon und
Rennsteig verletzungsbedingt über den Haufen geworfen wurde, schaute ich mich
etwas weiter ins Jahr hinein nach Triathlons in der Kurzdistanz um, welche man
ja mal so angehen könnte. Dabei musste ich feststellen, dass diese entweder
schon ausgebucht waren oder vom Termin her nicht passten. Nach langer Sucherei
fand ich dann doch noch einen, passend am Ende meines Urlaubs: Am 1.8.2010 den
City-Triathlon in Mainz.
Das Besondere: Es wird, von einer Fähre aus gestartet, im Rhein geschwommen,
nicht in einem ruhigen Seitenarm, sondern richtig in und natürlich mit der
Strömung (also bergab). Gegen die Strömung, so sagt der Veranstalter, geht gar
nicht. Deshalb darf man auf keinen Fall den Ausstieg verpassen! Und dann kommen
natürlich noch die Wellen von den vorbeifahrenden Schiffen dazu.
Hört sich interessant an, also mal angemeldet und ne Mail an den
Tria-Verteiler gesendet, ob jemand mit kommt. Siehe da, Bernd Reich sagt ja und
Linda Steinbuch auch, allerdings mit der Bitte, dass wir sie beim Einstieg ins
Wasser in unsere Mitte nehmen. Wir sagen gerne ja, der Veranstalter macht uns
dabei allerdings einen Strich durch die Rechnung. Es wird in verschiedenen Startgruppen
gestartet (macht bei 1.000 Startern auch Sinn) und Linda ist eine Gruppe vor
Bernd und mir dran. Auf meine Anfrage, Linda doch bitte in unsere Gruppe zu
nehmen, kommt die Antwort: Geht nicht, Frauen werden in einer eigenen Gruppe
gestartet, sie braucht auch vor dem Reinspringen keine Angst zu haben, die
Auffahrplatte für die Fahrzeuge wird ins Wasser gesenkt und dann reißt einen eh
gleich die Strömung mit. Na gut!
In meinem Urlaub am Mittelmeer (bei dem man von Lauftrefflern verfolgt wird,
hallo Uli und die Männer) konnte ich dann schon mit und gegen Wellen zu
schwimmen trainieren. Das allerdings das Radtraining flach fiel, machte mir ein
paar kleine Kopfzerbrechen, da der Veranstalter kurzfristig noch eine
baubedingte Streckenänderung durch die Weinberge angekündigt hat, dazu gab es
ja eh noch eine 12%ige Steigung von ca. 400 m Länge.
Nun ja, wie auch immer, Bernd und ich fuhren am Tag vorher nach Mainz, die
Startunterlagen holen. Wir schauten uns dann den Schwimmausstieg an,
unterhielten uns mit einigen Teilnehmern, welche in den vergangenen Jahren
schon mal dabei waren. Dabei erfuhren wir, dass es tatsächlich schon Schwimmer
gab, welche den Ausstieg verpassten und weiter Fluss abwärts rausgefischt
werden mussten. Na prima!
Auf dem Weg zurück zum Auto im Parkhaus, sprachen uns noch zwei junge Mädels
an und wollten wissen, ob wir ne Ahnung hätten, ob man mit Neo schwimmen darf.
Wir sagten, es gäbe von Seiten des Veranstalters noch keine klare Aussage dazu.
Dann fiel unser Blick auf ihr Auto: Fett prangte da www.meike-krebs.de! Bernd gleich: „Wer
ist denn hier die Meike Krebs“? Mit einem Grinsen meldete sich eine der beiden
Hübschen. Wir wünschten uns gegenseitig viel Erfolg für den nächsten Tag. Bei
Meike hat’s jedenfalls geholfen, sie wurde 1. Frau in der Kurzdistanz. Und
unsere Ergebnisse waren auch nicht schlecht.
Am Sonntag fuhren wir zu fünft (zwei Fans hatten wir dabei, Bernds Tina und
meine Lydia) nach Mainz. Einchecken ging gut. Noch ein bisschen Zeit bis man
auf die Fähre kann. Wir wurden alle langsam immer nervöser. Keiner von uns
wusste, wie das ist, in so nem großen Fluss zu schwimmen. Endlich ging’s auf die
Fähre, welche dann 1.200 m Fluss aufwärts fuhr. Schon während der Fahrt wurde
die 1. Gruppe von den übrigen Teilnehmern getrennt und es fand eine Einweisung
statt. Nach dem Start der 1. Gruppe war die übliche 10 Min. Pause bis zum Start
der 2. Gruppe, in welcher Linda sich jetzt ins Wasser begeben musste. Dann
kamen Bernd und ich dran. Mit einem Kopfsprung ab in den Rhein. Und bevor man
wieder richtig auftauchte, war man schon einige Meter von der Fähre weg. Jetzt
schnell den Schwimmrhythmus finden. Ging aber nicht so einfach. Also im Wechsel
mit Kraulen und Brustschwimmen. Und weil’s im Rhein so schön ist, lass ich mich
auch mal zwischendurch treiben. Bernd ist jetzt irgendwo hinter mir. Schwimme
und treibe so locker vor mir her, kurz vor dem Ausstieg schlägt mir einer auf
die Fußsohlen. Ah, Bernd ist wieder da. Zusammen steigen wir raus. Das ist
Team-Arbeit! Und wundern uns, dass unsere beiden Fans nicht da sind. Nee, die
saßen noch schön beim Cappuccino in der Malakoff-Passage.
Ab in die Wechselzone. Ich brauche etwas länger als Bernd mit dem Wechsel (wie
immer). Dann rauf auf’s Rad zum 2-Runden-Radkurs. Am Anfang nach Weisenau
hinaus lässt sich’s auf dem Tria-Lenker gut Tempo fahren. Ich hab nicht auf den
Kilometerstand geschaut, aber nach ca. 10 km geht’s dann in die Weinberge.
Zurück auf der Straße, nach einem weiteren Anstieg, steht doch tatsächlich ein
Fotograf und erwartet, dass man auch noch lächelt. Naja, ab in den nächsten Ort
und ... oh Schock, was is’n das für’n Berg. Leichtester Gang, stramm bergauf.
Die Leute rufen, es wäre nicht mehr weit bis oben hin. Ah, da ist schon die
nächste Kurve, danach wird’s bestimmt flach. Von wegen! Man hat das Gefühl,
jetzt wird’s noch steiler. Endlich! Oben! Jetzt geht’s flach zurück nach Mainz.
Hier kann man Tempo machen. Kleine Anstiege merkt man kaum, die Bahn wird
eigentlich eher abschüssig. Das macht Spaß, mit hohem Tempo über die von der
Polizei und Ordnern vom Verkehr freigehaltenen Kreuzungen zu rasen. Immer die
Arme auf dem Tria-Lenker. Den konnte man auf dieser Strecke gut gebrauchen, vor
allem bei Beginn der 2. Runde mit viel Gegenwind in Richtung Weisenau. Dort
standen unsere beiden Fans und feuerten an, was so ging. Wieder beim Berg
musste ich dann das obere Stück schieben. Hier verließ mich die Kraft. Habe
aber fast alle, welche mich beim Schieben überholten, auf der schnellen Strecke
nach Mainz wieder eingeholt. Das Gehen hat die Kräfte wieder aufgebaut.
Zurück durch die Wechselzone, ab auf die 2-Runden-Laufstrecke, an welcher
unsere Fans wieder warteten. Und selbst die Laufstrecke war nicht ganz ohne.
Über Brücken ging es bergauf zum Park. Und dort wäre man am liebsten
ausgestiegen. Kleine Grillfeiern auf grüner Wiese mit Livemusik auf ner Bühne. Ein
richtiges Spaß- und Erholungsplätzchen. Und uns reicht man nur Wasser und Iso.
Bei Beginn der 2. Runde halte ich mal kurz bei unseren Fans an, kleines Schwätzchen
abgehalten. Beim Weiterlaufen treffe ich Bernd, der ist gleich fertig.
Naja, das Laufen wird jetzt langsam besser bei mir, habe jedesmal das
Problem nach dem Radeln wieder die Beine freizulaufen. Wird aber allen anderen
auch so gehen. Sehe dann noch im vorbeilaufen, wie die letzten Sprintstarter
von der Fähre springen. Und jetzt ab ins Ziel, nochmals kräftig befeuert von
unseren Fans, bei denen auch schon Linda mit nem Erdinger steht. Unsere 2-Frauen-Fangruppe
hatte so ein Spaß, dass sie beschlossen haben, die Wettkampftermine für Bernd
und mich ab sofort nach den Ausflugszielen zu gestalten. Sie gehen dann Kaffee
trinken, wir müssen Schwimmen, Radeln, Laufen. ;-)))
Im Ziel gibt’s dann viel Obst, Kuchen, Erdinger Alkfrei etc., nur Duschen haben
die nicht. Angeboten wird nur ein Schlauch oder noch ne Runde im Rhein. Und
dabei wollten wir noch schön essen gehen. Naja, kurz abgetrocknet, umgezogen,
viel Deo drauf und ab in die Passage, zum Essen.
Mit unseren Zeiten sind wir alle Drei sehr zufrieden:
Bernd Gesamt 208 (AK 25) mit
2:37:18 Std. (Schwimmen: 19:04 Min., Rad: 1:31:32 Std., Laufen: 46:42 Min.)
Linda Gesamt 391 (AK 3) mit
2:59:52 Std. (S.: 17:58 Min., R.: 1:43:01 Std., L.: 58:53 Min.)
Ich Gesamt 393 (AK 48) mit
3:00:06 Std. (S.: 19:05 Min., R.: 1:42:55 Std., L.: 58:06 Min.)
Fazit: Das Schwimmen im Rhein und
die schnelle Radstrecke haben mir richtig Spaß gemacht. Mit der Laufstrecke hab
ich ein bisschen gehadert, aber es ging. Sehr wichtig war unsere Fangruppe, das
hat dann doch aufgebaut und ich glaube, wir hatten alle fünf einen tollen Tag.
Der Tria ist jedenfalls empfehlenswert. Ne pinke Truppe [außer mir natürlich ;-)))]
würde dort bestimmt viel Aufmerksamkeit bekommen. Und Staffeln gibt’s auch. Wenn’s
passt, bin ich jedenfalls nächstes Jahr wieder dabei.
Grüße
Matthias Engel