Halbmarathon Frankfurt 2006  

Es ist Sonntag, früh am Morgen. Anfang März. Am letzten Freitag hat es mächtig geschneit. Was macht man da. Man fährt nach Frankfurt und läuft einen Halbmarathon. Verrückt? Kann schon sein, dieser Gedanke kam mir auch als ich auf das Außenthermometer schaue –9°C. Im letzen Jahr war es schon kalt, aber das ist die Steigerung! Angemeldet bin ich, also laufe ich auch.

Eigentlich könnte ich den Bericht vom letzen Jahr einfach abschreiben, aber es war eben noch kälter. Hinzu kommt noch, dass dichter Nebel über der Wetterau liegt. Es freut doch jeden der bei diesem Wetter draußen ist. L

Bei der Ankunft im Nordwestzentrum zeigt das Thermometer einpaar Grad mehr an, wie in Butzbach, aber es ist ekelig feucht.

Um 9:00 Uhr startet die Elite. Wir lassen wir ihnen den Vorsprung und traben zwei Minuten später los. Die Startphase ist doch immer wieder spannend, wenn sich die Langsamen in die erste Reihe stellen. Nach ein oder zwei Kilometer hat sich das Feld sortiert. Während ich so dahin trabe beschäftige ich mich mit den Läufern und deren Laufstillen. Vor mir läuft der „Hüter der Schlüssel der Frankfurter Stadttore“. Auf alle Fälle macht der Schlüsselbund in seiner Tasche den Krach da nach. Kling – Kling – Kling.... 

Wir sind jetzt auf dem Weg in die Stadt. Vor uns der Funkturm. Die Massen an Läufern kann man durch den Nebel nur erahnen. Bei Kilometer 7 bricht die Sonne den Dunst auf und ich bereue dass ich die Ärmel in der Jacke gelassen habe. Längst habe ich den Reißverschluss auf die Ärmel bis zum Anschlag hoch geschoben.

Hier gibt es was zu trinke, aber die Erinnerung an das letzte Jahr treiben mich vorbei ohne etwas zu nehmen. An dem Punkt an der die Schleife zu ende ist, komme uns die Eliteläufer entgegen. Das sind wohl ein bei zwei Kilometer früher, wie im letzen Jahr. So wundert es mich auch nicht, dass heute der Streckenrekord gebrochen wurde. Ich liege gut in der Zeit. Laufe gleichmäßig mein Tempo. Nach dem ich die Schleife auch hinter mich gebracht habe, mache ich mich auf den Rückweg. Auch hier lasse ich die Getränkestation rechts liegen. Von nun an geht es bergauf. Ich versuche mein Tempo zu halten. Es ist viel zu warm. Hätte ich doch die Ärmel raus gemacht. Hilft jetzt alles nichts. Noch fünf – vier – drei Kilometer noch zwei – jetzt die letzten Körner zählen und laufen was noch geht. Super! Wieder mal geschafft. Zeit? Ganz o.k. könnte etwa die Zeit vom letzen Jahr sein – genaues wird die offizielle Nettozeit ergeben, aber wenn interessiert das. Zweidrittel der Zeit bei strahlendem Sonnenschein durch Frankfurt getrabt. Leute vom Verein getroffen. Richtig Hunger aufs Mittagessen bekommen. Mir geht es gut.

Aber jetzt nichts wie Heim - es ist ja soooooooo kalt

Holger Liebmann, 5. März 2006