Freiburg-Marathon / Halbmarathon 02.04.2006

Samstag: Morgens gegen 7.30 h fuhren Harald und ich in Butzbach mit unserem Wohnwagen zum Freiburg Marathon los. Unser erster Stopp war Ihringen, wo wir auf dem Campingplatz unseren Wohnwagen platzierten. Dann ging es von dort weiter nach Freiburg zum Messegelände, hier ist Start- und Zielbereich des Marathons. (Die Marathonis laufen zwei Runden.) Neben Startunterlagen abzuholen hat man Gelegenheit über die Marathonmesse zu gehen, um das eine oder andere Schnäppchen zu ergattern. Ich hatte auch Gelegenheit Infomaterial für New York 2008 mitzunehmen.

Sonntag: Gegen 9.00 h waren wir morgens auf dem Messegelände. Das Wetter war durchwachsen und etwas windig, aber zum Start hin zeigte sich die Sonne. Harald konnte zu dieser Zeit noch ohne Engpässe über die Brücke gehen. (Diese überquert die Laufstrecke, um ins Messegebäude zu gelangen.) Gegen 11.00 h starteten 2.912 Marathonis. Als Harald zu seiner „Trainingseinheit“ unterwegs war, hatte ich noch 3 Stunden Zeit bis zum Start des Halbmarathons. Die Zeit ging schnell voran, zumal ich viel Zeit einkalkulieren musste, um pünktlich am Start sein zu können. Die besagte Brücke (es gab zwei) konnte für manch einen, der sich gerne Zeit lässt, zum Verhängnis werden. Inzwischen war ein grauseliges Gewusel auf dem Gelände. (Wieso laufen so viele?) Um vom Messegebäude auf die andere Seite zum Startbereich zu gelangen benötigten wir 15 Minuten! Es war sehr chaotisch, denn es bildete sich vor der Brücke ein totaler Pfropfen, es ging weder vor noch zurück. Zum Glück konnte ein „Sicherheitsmensch“ Abhilfe schaffen, der den Verkehr auf der Brücke regelte, so dass es dann endlich zügiger über die Brücke ging. Zum Einlaufen bin ich gar nicht mehr gekommen. Es gab schier keinen Platz. Alles nur LäuferInnen, wo man nur hinguckte. Schließlich wollten um 14.00 h 9.412 auf die Halbmarathonstrecke! Ich stellte mich zu dem weißen Luftballon (Pacemaker) mit der Zielzeit 2:00:00. Meinen Nachbarn hatte ich gefragt, ob wir denn auch genügend Platz auf der Strecke haben würden, aber dieser lief genau wie ich zum ersten Mal in Freiburg. Um 14.15 h ging es dann endlich los. Zu Anfang war es teilweise stockend, da die ersten Meter nach der Startlinie recht eng waren. (Zumindest für so viele LäuferInnen!). Es hieß also für mich einerseits den weißen Luftballon nicht aus den Augen verlieren, andererseits neben schnellen Laufens sich die optimale Strecke suchen. Dies bedeutete, dass ich mich sehr oft zwischen zwei nebeneinander laufenden LäuferInnen genau dazwischen fuddelte, was natürlich keine sportliche Art ist, aber hier ging es ums „nackte Überleben“, wenn man seine anvisierte Zeit durchbringen wollte. Diese Art des Laufens ist natürlich auch sehr verletzungs- oder unfallträchtig. So habe ich einen Läufer stürzen sehen, der rechts an der Läuferschar vorbei laufen wollte, aber bei diesem Manöver einen Poller übersah, über den dieser stürzte. (Ich hoffe, er hat sich nicht ernsthaft verletzt!) Wegen dieses Massenlaufes habe ich größtenteils die Kilometerangaben nicht lesen können. (War zwischenzeitlich etwas „Orientierungslos“, überschlug anhand meiner Stoppuhr, wie viel Kilometer ich wohl schon hinter mich gebracht hatte.) In der Altstadt führt die Strecke auch an der Dreisam (kleiner Bach) entlang. Hier habe ich es vermieden direkt an der Dreisam entlang zu laufen, da ich befürchtete eventuell in diese reinzuplumpsen. Ich wählte also den Grünstreifen auf der rechten Seite der Laufstrecke, aber um hier LäuferInnen überholen zu können, musste ich aufpassen, nicht den Zuschauern in die Arme zu laufen. Man kam also nur zügig voran, wenn man riskante Überholmanöver wagte. In der Altstadt musste ich teilweise aufpassen, nicht mit den Schuhen in den Strassbahnschienen hängen zu bleiben. Die Laufsituation entspannte sich dann, als wir aus der Altstadt wieder hinausliefen  Richtung Messegelände. (ca. Km 16) Allerdings wurde der Zieleinlauf wieder zu einer Herausforderung: hier versuchte ich ein letztes Mal im Slalom bis zur Zielgeraden die Masse zu überholen. Ich war heilfroh, als ich den Fuß bei einer Zeit von 1:58:46 auf die Zielmatte gesetzt hatte.

Fazit: Harald empfand den Marathonlauf als sehr angenehm. Sogar im Zielbereich hätte er sich massieren lassen und die Duschen in Ruhe aufsuchen können (wo er ja nicht gerade schnell unterwegs war, da er diesen als Trainingseinheit für Juli 2006 gewählt hat. Sprich: beim Frankfurt -Marathon undenkbar!) Ich hingegen werde diesen Halbmarathon nicht noch mal laufen, da ich kein Freund von massigen Volksläufen bin. Allerdings ist es schon eine Überlegung wert, an diesem Marathon teilzunehmen.

Dem Veranstalter ist zu empfehlen, die Starterzahl des Halbmarathons zu beschränken. (Sende dem Veranstalter diesbezüglich noch eine Mail!)

Ich hoffe, ich konnte meine Eindrücke einigermaßen „zu Papier“ bringen. Der Bericht erfolgt erst heute, da ich noch etwas Breisgauer Luft geschnuppert habe.

04.04.2006 22:31, Doris