7. Rhein-Energie-Marathon Bonn am 22. April 2007
Endlich kam der Tag, auf den ich mich seit 10 Wochen intensiv für den Marathon in Bonn vorbereitet hatte. (In der schönen Stadt Bonn habe ich 4 Jahre gelebt und während dessen ist mir Harald über den Weg gelaufen.)
Übernachten konnten Harald und ich bei meinem Cousin Bernd in Bonn-Dottendorf. Harald konnte leider aus Verletzungsgründen nicht an den Start gehen. Er tröstete sich mit unserer neuen Digitalkamera, die er hier gut testen konnte. Er war somit mit Kamera und Fahrrad zu verschiedenen Punkten der Strecke unterwegs.
Obwohl das Wetter nicht zu meinen Gunsten ausfiel – für diesen Tag hieß die Wettervorhersage: 26° und mehr ohne Bewölkung - freute ich mich trotzdem heute an den Start gehen zu können. Der Startschuss für die Marathonis fällt in Bonn schon um 8.50 Uhr, so dass man, wenn man schnell genug ist, vor der Mittagshitze im Ziel sein kann ! Ansonsten sind Halbmarathonis, Handbiker, Rollis, Inlineskater, Walker und Schülerstaffeln am Start gewesen.
In Bonn gibt es zwei Startblöcke, die jeweils nach Zielzeiten / Leistungsstärke eingeteilt sind. Ich musste mich in den roten Block einchecken, dies entsprach der Zielzeit 4:00 bis 4:30.
Gegen 8.15 Uhr habe ich „eingecheckt“ und mich noch einmal warmgelaufen. Vorne im Block erspähte ich eine Läuferin mit dem Schild „Zugläufer 4:00“. Da ich im Training meine langen Läufe, also auch die Läufe mit 30 Km und mehr, alleine absolvieren musste, wollte ich gerne diesen langen Lauf in einer Gruppe laufen, sofern sich dies ergeben würde. Somit beabsichtigte ich an der Zugläuferin Iris und dem Zugläufer Martin dran zu bleiben, andernfalls würde ich sie abreißen lassen und mein eigenes Rennen laufen.
In Bonn wird ein Rundkurs von 42,195 km gerannt. Der Streckenverlauf ist größtenteils flach bis auf zwei Brücken, zu Beginn die Kennedybrücke und bei Km 36 die Viktoria- Brücke.
Nach dem Start geht es erst einmal in Richtung Beuel über die Kennedy-Brücke auf die andere Rheinseite. Dort wird bis zu einem Wendepunkt in Ramersdorf gelaufen, wieder zurück über die Kennedy-Brücke zur Startseite, wo dann ein längeres Stück am Rheinufer entlang gelaufen werden muss in Richtung Bad Godesberg und den umliegenden Dörfern. (Halbmarathonmarke ist in Mehlem). - Der Gegenwind unten am Rhein war die reinste Wohltat. - Von da an geht es zurück in Richtung Bonn über Friesdorf, Dottendorf, Kessenich, Südstadt, Nordstadt und Ziel ist auf dem Marktplatz am Rathaus.
Vorteil dieser Streckenführung ist, dass man zuerst gegen die Sonne, aber wenn sie an Kraft zunimmt, mit der Sonne läuft.
Zu Beginn rauschten die Km-Schilder nur so an mir vorbei. Die Hitze machte mir aber im Laufe des Rennens zu schaffen, so dass ich an den Versorgungsstellen einerseits Tee oder Wasser trank und andererseits mir einen Becher Wasser ins Gesicht oder in den Nacken kippte. (Die Versorgungsstellen in Frankfurt in hingegen sind fantastisch: dort gibt es extra Schwämme und die entsprechenden Wasserschüsseln!) Ich hatte leider vor dem Start vergessen mir eine Kappe aufzusetzen. Zum Glück traf ich immer mal Harald an der Strecke, der mir bei Km 35 eine Kappe überreichte.
Meine Lauferfahrung hat mich gelehrt, trotz VS zusätzlich 2 Trinkflaschen im Trinkgurt mitzunehmen. Dies war in Bonn nötig, da die VS nicht alle 2,5 Km vorhanden waren.
Alles in Allem lief es trotz der Hitze gut für mich. Ich bin konstant mein Tempo gelaufen und konnte somit problemlos mit den Zugläufern mithalten, ohne dass ich irgendwelche Krisen durchzustehen hatte – der Mann mit dem Hammer hatte heute bei mir keine Chance!!!.
Stimmungsmäßig ist es in Bonn eher mäßig im Vergleich zu Frankfurt. Man freut sich regelrecht, wenn mal wieder ein kleines Stimmungsnest auftaucht, auch wenn es nur zwei Trommler sind, die kräftig Radau machen. So habe ich sicherlich bei Km 38 etwas „Zeit verschenkt“, denn hier ertönte in voller Lautstärke „The Hell“ von ACDC. Ich war total begeistert und habe diese größere Gruppe von jungen Leuten beklatscht und mich gefreut, dass ich diese „Hölle“ von noch 4 Km hinter mich bringen werde. (Am liebsten wäre ich stehen geblieben und hätte etwas abgerockt, aber dafür blieb leider keine Zeit!)
Bei Km 39 ging es dann wieder in die Bonner Innenstadt, die ich herbei gesehnt habe, da ich endlich Stimmung um mich herum haben wollte, die einen bis ins Ziel anpeitscht. Der Lauf bisher war eher ein ruhiger Stadt- und Landschaftslauf.
Der Zieleinlauf zum Marktplatz/Rathaus in Bonn ist dagegen schon klasse. Die Atmosphäre ist mit dem Zieleinlauf des Frankfurt-Ironmans zu vergleichen.
Die Zielmatte betrat ich überglücklich in einer Zeit von 03:57:59. Trainingsmäßig hatte ich mich für 4:00 vorbereitet, aber nicht geplant, dass ch die 4:00-Stunden-Marke schon dieses Jahr knacken würde.
Im Zielbereich empfand ich es etwas chaotisch. Man musste regelrecht seine Verpflegungsstellen für Essen und Trinken suchen. Zum Leidwesen musste ich Wasser trinken, was ich nach so einem Lauf überhaupt nicht mehr sehen kann. – Naja, besser als verdursten.
Nachdem ich meinen ersten Durst gestillt hatte und meinen Kleiderbeutel ohne Gedränge in Empfang nahm, entschloss ich mich im Viktoriabad frisch zu machen, wo es ausreichend Dusch- und Umziehmöglichkeiten für beider Geschlecht gab. Danach suchte ich meinen Weg zum ausgemachten Treffpunkt – an unseren Fahrrädern -, um Harald, den rasenden Fotografen wieder in Empfang zu nehmen. Von ihm habe ich erfahren müssen, dass er bei Km 15 auch eine Versorgungsstelle mit Erdbeerkuchen und Sahne angesteuert hatte.
Eigentlich hätten wir zur After-Run-Party mit Essen und Trinken gehen können, aber irgendwie wollte ich aus dem Menschengewühle raus. Wir entschieden uns, gemütlich mit den Rädern – längs des Rheines – zu Bernd und seiner Familie nach Dottendorf zurückzuradeln. Bei Bernd und Heike und der kleinen Pina aßen wir noch eine leckere Kartoffelsuppe und fuhren dann wieder zurück gen Butzbach.
Jetzt freue ich mich auf die Regenerationszeit mit vielen Spaßläufen. So werde ich am 13. Mai beim Karstadt-Marathon regenerativ den Halbmarathon von Dortmund nach Herne laufen. Meine alte Heimat laufend erkunden, denn Herne ist meine Heimatstadt. Im September werden Harald und ich (endlich mal gemeinsam) an den Start des Rotwein-Marathons in Medoc gehen. Zum Leidwesen des 5. Mitlaufes.
Also Laufen finde ich einfach ein schönes Hobby, was man auch gut mit schönen Urlauben verbinden kann!
Laufgruß, Doris